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DRK-Kreisverband Emmendingen e.V.
Projekt AGIRE

Freiburgerstr. 12
79312 Emmendingen

Tel. Projektleitung 
Erwin Hildebrandt:
07641-4601 94

Mail: agire[at]drk-emmendingen[dot]de

 

Ausgangslage und Folgen

Bild: DRK KV Emmendingen e.V.

Der Anteil der Lebenszeit, den berufstätige Menschen am Arbeitsplatz verbringen, steht in keinem Verhältnis zu der geringen Aufmerksamkeit, den die seelische und körperliche Gesundheit am Arbeitsplatz in der Öffentlichkeit genießt.

(Prof. Dr. Joachim Bauer)

Die hohen Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst sind vielschichtiger Natur. Zum einen durch eine hohe psychische Beanspruchung, z.B. durch die dauernde Konfrontation mit aggressivem Verhalten und Bedrohungen, mit Trauer und Verzweiflung, Sterben und Tod. Zum anderen durch die physischen Arbeitsanforderungen die besonders beim Heben und Tragen von Patienten auftreten. Die Arbeitszeiten sind ungünstig durch regelmäßige Wochenend- und Nachtdienste. Aus diesen Arbeitsanforderungen resultiert ein erhöhtes Risiko der Erkrankung und des Verlustes der Arbeitsfähigkeit, insbesondere bei langjährig tätigen Rettungsassistenten/innen. Dies belegen auch diverse wissenschaftliche Studien.

Im Rettungsdienst des DRK Kreisverbandes Emmendingen sind derzeit 68 voll- und Teilzeitbeschäftigte, 34 geringfügig beschäftige Rettungsassistenten und -Sanitäter, sowie 21 Zivildienstleistende und Teilnehmer/-innen des FSJ tätig. Der Anteil der weiblichen Beschäftigten ist gering und liegt bei ca. 10 %. Knapp 30 % der Voll- und Teilzeitbeschäftigten im Rettungsdienst werden 2011 das 50. Lebensjahr erreichen. Die krankheitsbedingten Fehltage sind angestiegen. Dabei entfielen die Krankheitstage fast ausschlie?lich auf die Subgruppe der Rettungsassistenten. 

Die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten sind für Rettungsassistenten sehr eingeschränkt. Bei dieser Beschäftigtengruppe findet seit Jahren nur eine verschwindend geringe Fluktuation statt. Die Einsatzzahlen im Rettungsdienst sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen, in der Notfallrettung von 6.000 auf knapp 10.000 Einsätze pro Jahr. 

Belastungen im Rettungsdienst:

  • hohe psychische und physische Belastungen
  • ungünstige Arbeitszeiten
  • zunehmende Arbeitsverdichtung
  • große Verantwortung
  • eingeschränkte berufliche Entwicklungsmöglichkeiten
  • begrenzte Berufsmobilität innerhalb des Gesundheitswesens
  • stressadaptierte Ernährung
  • geringe Fluktuation

Folgen für die Mitarbeiter/Innen:

  • Unzufriedenheit und verminderte Identifikation
  • nachlassende Arbeitsqualität 
  • deutliche Steigerung der Krankheitsquote 
  • Verstärkung von altersbedingten Folgeerkrankungen
  • belastungsbedingte Erkrankungen des Halte- und Bewegungsapparates
  • Adipositas